Stimmen zum Versailler Vertrag

Versailles Treaty

„Große Völker vergessen Leiden, nicht aber Demütigungen. Die wirtschaftlichen Bestimmungen des Vertrages waren bösartig und töricht.“ Winston Churchill, Britischer Premierminister

„Ungerechtigkeit und Anmaßung, in der Stunde des Triumphs zur Schau getragen, werden niemals vergessen und vergeben werden.“ Lloyd George, Britischer Premierminister

„Hier wird ein besiegtes Volk an Leib und Seele vergewaltigt wie kein Volk je zuvor.“ Gustav Bauer (SPD), Deutscher Reichskanzler

„Die Schuldfrage ist eine Frage von höchster praktischer Bedeutung, denn der ganze Versailler Vertrag ruht auf der Lehre von der alleinigen Verantwortlichkeit Deutschlands, und durch eine lächerliche Ausübung von Force majuere wurde Deutschland gezwungen, diese Lehre anzunehmen, die heute jedermann verwerfen muss, der das vorliegende Material gewissenhaft studiert … Wer dem Bismarckschen Deutschland grenzenlose Angriffslust vorwirft, schlägt den historischen Tatsachen ins Gesicht, und je mehr man die Geschichte des Wilhelminischen Deutschlands studiert, desto mehr muss man zugeben, dass man zwar überall auf schwere politische Fehler, aber nirgends auf einen Angriffsplan stößt … Die Theorie von Deutschlands alleiniger Verantwortlichkeit ist völlig absurd. “ Vortrag von Prof. Brazley, Brit. Historiker, gehalten im März 1923 in Glasgow

„Aus solchem aufgezwungenen Frieden müsste … neues Morden werden.“ Friedrich Ebert (SPD), 1919

„Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte? Der Vertrag ist unerträglich und unerfüllbar.“ Philipp Scheidemann (SPD), Erster Ministerpräsident der ersten demokratisch gewählten Regierung nach dem Ersten Weltkrieg. Bereits 1919 tritt er zurück, weil er die Annahme des Versailler Vertrages nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

„Das ist kein Friede. Das ist ein Waffenstillstand für zwanzig Jahre.“ Marshall Foch (1919), franz. Offizier und Oberbefehlshaber der Alliierten im Ersten Weltkrieg.

„Die Friedensbedingungen von Versailles enthalten alle Keime eines gerechten und dauerhaften Krieges.“ Der holländische Gesandte Swinderen zu einem englischen Kollegen (1919).

„So ist das, was heiliges Pfand des Krieges war, nicht gehalten worden; all die edelmütigen Versicherungen welche die Entente während des Krieges abgab, sind nicht gehalten worden; all die gemeinsam übernommenen feierlichen Verpflichtungen, die Proklamationen Wilsons, die, ohne ein Kontrakt oder Vertrag zu sein, etwas weit Feierlicheres waren, nämlich die vor der Kulturwelt in der tragischen Stunde übernommene Verpflichtung, dem Feinde Gewähr für Gerechtigkeit zu geben, all dies ist nicht gehalten worden. … Ich glaube, dass der Niedergang Europas durch die Friedensverträge in drohendere Nähe gerückt ist als durch den Krieg. Mit jedem Tag sinkt es tiefer und tiefer. Begründete Verbitterung steigt empor. “ Francesco Nitti, italienischer Ministerpräsident während des Krieges, in seinem Buch „Das friedlose Europa“ (1921)

„Deutschland ausquetschen, bis die Kerne krachen.“ Alliierte „Verhandlungs“-Teilnehmer.

„Wären wir das besiegte Volk und hätten solche Bedingungen auferlegt bekommen, so würden wir … in unserem Schulen und Heimen begonnen haben, unsere Kinder auf einen Vergeltungskrieg vorzubereiten.“ Der englische Abgeordnete Kneeshow auf dem Labour- Parteitag 1920.

„Wer, wenn das Vaterland in Not ist, einen anderen Gedanken als dessen Rettung fühlt, ist nicht wert, in einem freien Staate zu leben. “ Friedrich Maximilian von Klinger

„Die dreizehn Nachkriegsjahre, die hinter uns liegen, gewinnen in der Rückschau den Charakter eines bloßen Provisoriums. Wir sind im Begriff, alles zu liquidieren, was zwischen 1920 und 1930 mit dem Anspruch auf eine neue Geltung auftrat. Die geistigen und künstlerischen Moden dieses Jahrzehnts: Expressionismus und Jazz, Schwarmgeisterei und neue Sachlichkeit sind längst schon verwelkt und verscharrt … Deutschland bebt in Krämpfen, und wir haben nur eine Hoffnung: Es muß besser werden, weil es nicht mehr schlechter werden kann.“ Ernst Robert Curtius (1932)

„Wir haben einen Friedensvertrag, aber er wird keinen dauernden Frieden bringen, weil er auf dem Treibsand des Eigennutzes gegründet ist.“ Robert Lansing, US-Außenminister

„In Zeiten der Begeisterung für das Vaterland zu sterben ist leichter, als in nüchternen Tagen dafür zu leben, mit Gedanken, Wort und Tat.“ Otto von Leixner

„Es ist unverkennbar, dass ein neuer Krieg heraufzieht. Das ist die Folge des durch Versailles geschaffenen Unfriedens. Mein Rat ist: Geben Sie die ungerechten Überbleibsel dieses Vertrages auf und bauen Sie etwas Neues auf der Grundlage von Recht und Gerechtigkeit im Geiste des guten Willens und der Zusammenarbeit. … Diese Ungerechtigkeit gegenüber Deutschland muss bereinigt werden. Wenn das nicht geschieht, ist der Krieg unausweichlich. … Von Südafrika kann nicht erwartet werden, dass es an einem solchen Krieg teilnimmt.“ Rede des südafrikanischen Ministerpräsidenten James Hertzog auf der Konferenz der Commonwealth Regierungschefs in London am 21. Mai 1937. (Am Tag der englischen Kriegserklärung an Deutschland wurde Hertzog auf Druck Großbritanniens als Regierungschef entlassen und Südafrika zum Kriegseintritt gegen Deutschland gezwungen.)

„Die Kommunistische Internationale begrüßt den Kampf der KP Polens für das Recht der freien Selbstbestimmung der Bevölkerung Oberschlesiens und des Korridors zur Loslösung von Polen und für das Recht der Danziger Bevölkerung zum freiwilligen Anschluss an Deutschland. Sie begrüßt den Kampf der KP Frankreichs für das Selbstbestimungsrecht des Volkes Elsaß-Lothringens bis zur Lostrennung von Frankreich, und für die Befreiung des Saargebiets von imperialistischer Besetzung. Sie begrüßt den Kampf der KP Belgiens für das Selbstbestimmungsrecht des flämischen Volkes sowie der Bevölkerung von Eupen-Malmedy bis zur Lostrennung von Belgien“ Proklamation der Kommunistischen Internationale KOMINTERN von 10. Januar 1933

„Die Belege, worauf ich die Aufmerksamkeit des Senats gelenkt habe, zeigen, dass die deutschen militärischen Machthaber den Krieg nicht wollten, den Krieg zu vermeiden suchten und erst zum Kriege schritten, als sie überzeugt sein mussten, dass die anhaltende Mobilisation Russlands und Frankreichs eine unbedingte Enschlossenheit zum Kriege erkennen ließen. Die Belege zeigen, dass die russischen und französischen Machthaber zum Kriege entschlossen waren; dass sie die Mobilisation als den Beginn des Krieges beabsichtigt hatten; dass sie den Krieg seit vielen Jahren nach genauen Plänen, die sie in jährlichen militärischen Konferenzen entwarfen, vorbereitet hatten.“ Erklärung von Senator Owen im Dezember 1923 vor dem amerikanischem Senat; Dokument Nr.12 aus Bd. 65 der amtlichen Kongress Protokolle.

Ergänzende Deutschland-Dokumente:

  • Scheidemann brandmarkt das Versailler Diktat
  • Philipp Scheidemann zum Versailler Vertrag, vollständiger Text der Rede vor der Nationalversammlung (1919)
  • Die Rechtsgrundlagen der Pariser Friedensverhandlungen und ihre Verletzung durch den Vertrag von Versailles von Wilhelm Marx, Reichskanzler a. D.
  • Kaiser Franz Joseph über das Attentat von Sarajewo
  • Lenin in einer Rede auf dem allrussischen Sowjetkongreß im Dezember 1920 zur Politik der Sowjetunion gegenüber dem Deutschen Reich
  • Der Vertrag von Rapallo zwischen Deutschland und der Sowjetunion vom 16.04.1922
  • Memorandum von Lloyd George, dem Britischer Premierminister, vom 21. März 1919
  • Das 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson
  • Jan C. Smuts: Aus einem Brief an Lloyd George vom 22. Mai 1919
  • Keine Selbstbestimmung für Deutsche: Die Alliierte verbieten die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich
  • Handschreiben Kaiser Wilhelm II. an der Staatssekretär des Auswärtigen vom 28. Juli 1914, in dem er sich gegen die Notwendigkeit eines Krieges ausspricht
  • Erklärung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg aus Anlass des 10jährigen Bestehens der Weimarer Republik im Jahre 1929

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