Das Bismarck-Häuschen am Göttinger Wall

Das Bismarck-Häuschen am Göttinger Wall
Das Bismarck-Häuschen am Göttinger Wall wurde im Jahre 1447 errichtet und ist ein Überbleibsel der Göttinger Stadtbefestigung, die im Verlauf des 18. Jahrhunderts weitgehend abgetragen wurde. Der junge Student Bismarck bezog den ehemaligen Wehrturm im Jahre 1833, nachdem er zuvor 1 Jahr im innern der Stadt, in der Roten Strasse gewohnt hatte. Sein Zimmer in der Innenstadt hatte er aufgrund seines rowdyhaften Benehmens aufgeben müssen.

Bismarck als Göttinger Student

 Zuvor schon hatte er Bekanntschaft mit dem Göttinger Universitätskarzer gemacht. Da dies bei den Studenten wie alles andere, was irgendwie verboten, unschicklich oder verrucht war, geradezu zum guten Ton gehörte, war die erzieherische Wirkung natürlich denkbar gering. So nutzte Bismarck die Zeit im Karzer, um sich dort, ebenso wie seine Vorgänger zu verewigen und fügte den Wandmalereien eine nette Türschnitzerei hinzu. Den Karzer gibt es zwar (erfreulicher Weise) nicht mehr, aber die durch Bismarcks Schnitzereien veredelte Tür ist durch glückliche Umstände erhalten geblieben und kann besichtigt werden. Anlaß für Bismarcks erste Haftstrafe war eine leere Weinflasche, die im Verlauf eines morgentlichen Gelages aus seinem Fenster flog und dabei einen Passanten nicht unberührt ließ. 

Wie oben erwähnt war der Einfluß solcher erzieherischer Maßnahmen eher gering, so dass man sich städtischer seits letztlich nicht anders zu helfen wußte, als ihm durch einen Magistratsbeschluß den Aufenthalt in der Stadt, außer zu Vorlesungsbesuchen, zu verbieten. Bismarck musste an den durch den Wall markierten, damaligen Stadtrand in das heute zum Museum ausgebaute Bismarck-Häuschen ziehen.


Ergänzende Deutschland-Dokumente:

Kommentar verfassen